BERLIN (dpa) — Weihnachts­trends des Jahres? Angela Merkel qualmen lassen, teure Advents­ka­len­der verschen­ken und statt auf den Weihnachts­markt in einen kitschig erleuch­te­ten Park oder Zoo gehen.

Einige abgesag­te Weihnachts­märk­te, wieder kaum Betriebs­weih­nachts­fei­ern, getrüb­te Stimmung: Auch das zweite Corona-Jahr ist anders, hat aber dennoch seine Adventstrends.

Eine Auswahl:

Advents­ka­len­der: Früher waren Advents­ka­len­der billig und mit pappig schme­cken­der Schoko­la­de bestückt, inzwi­schen geht es immer teurer. Neben Schoko­ka­len­dern gibt es auch welche mit Chips, Bier, Kosme­ti­ka. Und Marken wie Lindt bieten an, dass man sich einen indivi­dua­li­sier­ten Kalen­der mit Foto produ­zie­ren lässt.

Lebku­chens­moot­hie: Weihnach­ten im Glas — schon seit Jahren boomen Rezep­te im Inter­net, wie man sich ein Lebku­chen­ge­tränk mixt; nun bietet etwa auch die Marke True Fruits «volle Pulle Weihnach­ten» an. Der Smoot­hie besteht aus Trauben, Apfel, Birne, Banane, Kakao, gemah­le­nen Cashew­ker­nen und Lebkuchengewürzmischung.

Christ­mas Garden: Ein Trend im Advent und bis Anfang Januar sind Parks mit kunst­vol­len, kitschi­gen Licht­in­stal­la­tio­nen. Der Eintritt liegt für Erwach­se­ne bei um die 17 Euro. Die illumi­nier­ten Grünan­la­gen unter 2G-Bedin­gun­gen namens «Christ­mas Garden» gibt es 2021 in Deutsch­land in Berlin, Dresden, Frank­furt, Stutt­gart, Köln, Münster, Hanno­ver, Koblenz und auf der Boden­see-Insel Mainau.

Weihnachtspul­lis: Sogenann­te Ugly Christ­mas Sweater — also übertrie­ben hässli­che Weihnachtspull­over — liegen nach wie vor im Trend. Es gibt sie bei C&A, P&C, H&M, Primark und natür­lich auch online. Vor allem Männer machen sich gerne zum Elch oder Santa Claus damit und wollen Distanz zum Kitsch des Festes zeigen.

Räucher­frau: Die Hände zur Raute geformt, der Blazer rosa, türkis oder violett. Wer schnell bestell­te, hat zum Fest die qualmen­de Angela-Merkel-Räucher­fi­gur (69 Euro) aus dem Erzge­bir­ge zu Hause. Die 14 Zenti­me­ter hohe Drech­sel­ar­beit aus Esche und Weißbu­che fand reißen­den Absatz. Inner­halb weniger Tage ausver­kauft, hieß es von der Seiffe­ner Volks­kunst eG in Sachsen. Nächs­ter Liefer­ter­min: Februar.

Deko: Als Trend­far­ben beim Weihnachts­schmuck gelten zartes Salbei- oder inten­si­ves Tannen­grün: «Schließ­lich steht die Farbe bekann­ter­ma­ßen für Hoffnung, und das kann nach den letzten zwei Pande­mie-Jahren als Motto nun wahrlich nicht schaden», meint die Handels­ket­te Butlers, die Tisch­ideen und Wohnac­ces­soires verkauft. Als Kugel­far­ben sind neben dem klassi­schen Rot und Gold diesmal auch Blau und Silber gern gesehen, die an den Sternen­him­mel erinnern.

Paket­bo­ten: Benimm­re­gel in Zeiten des Booms vom Online­han­del bleibt es auch 2021, freund­lich zu sein und der Paket­bo­tin oder dem Paket­bo­ten im Treppen­haus oder Vorgar­ten entge­gen­zu­ge­hen oder wenigs­tens ein Trink­geld für ihre Diens­te zu geben.

Wichtel­tür: In immer mehr Famili­en zieht in der Vorweih­nachts­zeit ein Wichtel ein. Eine etwa zehn Zenti­me­ter hohe Tür über der Fußbo­den­leis­te steht für den Brauch, der aus Dänemark zu uns gekom­men ist. Den Wichtel selbst bekommt nie jemand zu Gesicht — aber mal erhal­ten die Kinder Briefe mit kleinen Aufga­ben, mal spielt der Gast einen Streich oder dekoriert das Haus, wie Ritual­for­sche­rin Katrin Bauer vom LVR-Insti­tut für Landes­kun­de und Regio­nal­ge­schich­te erklärt. Bastel-Sets, um selbst eine Wichtel­tür zu gestal­ten, gibt es in diesem Jahr in vielen Geschäften.

Märchen: Der neue Disney-Film «Encan­to» läuft im Advent schon im Kino und ab Heilig­abend dann auch beim Strea­ming­dienst Disney+. Es geht um eine Familie in den Bergen Kolum­bi­ens, bei der jede und jeder außer Tochter Mirabel eine magische Fähig­keit besitzt. Der Anima­ti­ons­film erzählt davon, was es heißt, Außen­sei­te­rin zu sein. Als der Familie Gefahr droht, kommt auf Mirabel eine große Aufga­be zu. Regie führten Jared Bush und Byron Howard («Zooma­nia»).

Single All The Way: In einem Jahr, in dem so viel von Regen­bö­gen die Rede war, darf bei den Weihnachts­fil­men, die meist sehr hetero sind, diesmal die queere roman­ti­sche Komödie nicht fehlen. Netflix hat «Single All The Way» mit Micha­el Urie, Phile­mon Chambers und Kathy Najimy im Programm. «Peters bester Kumpel soll beim Weihnachts­be­such zu Hause seinen Freund spielen. Doch nach den Verkupp­lungs­ver­su­chen seiner Familie ändern sich ihre Pläne und Gefühle.»

Von Gregor Tholl, dpa