BERLIN (dpa) — Ihr Zuhau­se ist nicht mehr sicher. Viele Menschen flüch­ten vor dem Krieg in der Ukrai­ne. Zunächst kommen sie in den Nachbar­län­dern an, aber auch Deutsch­land berei­tet sich auf mehr Kriegs­flücht­lin­ge vor.

Immer mehr Menschen aus der Ukrai­ne suchen Schutz vor dem Krieg. Bis Mittwoch waren nach Angaben der Verein­ten Natio­nen bereits eine Milli­on Menschen vor den russi­schen Angrif­fen aus dem Land geflohen.

Das Flücht­lings­hilfs­werk UNHCR stellt sich auf bis zu vier Millio­nen Flüch­ten­de ein. Nicht alle wollen in den Nachbar­län­dern bleiben.

Das Bundes­in­nen­mi­nis­te­ri­um zählte zuletzt 5000 regis­trier­te Kriegs­flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne in Deutsch­land. Da an den EU-Binnen­gren­zen keine Grenz­kon­trol­len statt­fin­den, könnte die Zahl aber schon wesent­lich höher sein.

Bundes­in­nen­mi­nis­te­rin Nancy Faeser sagte derweil den Kommu­nen in Deutsch­land Unter­stüt­zung bei der Aufnah­me von Flücht­lin­gen aus der Ukrai­ne zu. «Natür­lich müssen wir — Bund und Länder gemein­sam — dort finan­zi­ell die Kommu­nen entlas­ten», sagte die SPD-Politi­ke­rin am Mittwoch­abend in einem ARD-«Brennpunkt».

Faeser plädier­te dafür, das von der EU geplan­te unbüro­kra­ti­sche Verfah­ren für die Aufnah­me von Kriegs­flücht­lin­gen aus der Ukrai­ne auch für dort leben­de Menschen mit anderer Natio­na­li­tät anzuwen­den. Ein Vorschlag der EU-Kommis­si­on sehe dies auch für Menschen vor, die einen gesicher­ten Aufent­halt in der Ukrai­ne haben — also beispiels­wei­se für Studierende.

Hilfs­gü­ter

In der Bevöl­ke­rung wächst die Solida­ri­tät. Decken, Hygie­ne­ar­ti­kel, Kleider — vieler­orts sammeln Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und priva­te Initia­ti­ven Sachspen­den. «Seit unserem Aufruf am Freitag bis heute sind Hunder­te Kisten mit dringend benötig­ten Lebens­mit­teln, Medika­men­ten, Hygie­ne­ar­ti­keln, Einweg-Geschirr, Kleidern und mehr zusam­men­ge­kom­men», steht etwa auf der Inter­net­sei­te des Awo-Bezirk­ver­bands in Potsdam.

Im bayeri­schen Moosin­ning sollte am Mittwoch ein Konvoi aus rund 40 Fahrzeu­gen mit gut 100 Helfern voraus­sicht­lich zur polnisch-ukrai­ni­schen Grenze aufbre­chen, wie Helfer des Vereins Helfer­schwein mitteil­ten. Daneben hatten sich in Bayern mehr als 50 Busun­ter­neh­mer gemel­det, gesam­mel­te Hilfs­gü­ter in ukrai­ni­sche Nachbar­län­der zu bringen.

In Ulm luden am Diens­tag Dutzen­de Menschen Hilfs­gü­ter für Geflüch­te­te in Busse. Hunder­te Tüten mit Kleidung, Toilet­ten­pa­pier und Decken stapel­ten sich vor dem Ulmer Münster und auf dem Münster­platz. Mit vier Bussen sollten die Hilfs­gü­ter an die Grenze zur Ukrai­ne in die Slowa­kei gebracht werden, wie die Bundes­tags­ab­ge­ord­ne­te Hilde Mattheis (SPD) sagte. Auf dem Rückweg sollen mit den Bussen Geflüch­te­te aus der Ukrai­ne nach Ulm gebracht werden.

Schlaf­plät­ze

Vieler­orts in Deutsch­land wollen Menschen privat Kriegs­flücht­lin­ge bei sich aufneh­men. Es stehen aber auch viele Sammel­un­ter­künf­te bereit. In Schwe­rin zum Beispiel sind ukrai­ni­sche Frauen und Kinder überwie­gend in einer Jugend­her­ber­ge unter­ge­kom­men. In Hanno­ver wird eine Messe­hal­le als Notun­ter­kunft einge­rich­tet. Zunächst sollen 800 Menschen darin Platz finden, später dann 400 weite­re. In Berlin sollen laut Sozial­se­na­to­rin Katja Kipping (Linke) im Laufe der Woche neue Unter­brin­gungs­mög­lich­kei­ten entste­hen, etwa in einem sanier­ten Haus, das für die Unter­brin­gung von Saison-Arbeits­kräf­ten gedacht war.

Kosten­lo­se Bahnfahr­ten — Hilfe auf dem Bahnsteig

Die Deutsche Bahn erlaubt Geflüch­te­ten mit ukrai­ni­schem Pass oder Perso­nal­aus­weis, kosten­los alle Fer