Start der Auszah­lung des Kinder­bo­nus: Ab diesem Montag erhal­ten die Eltern in Deutsch­land einen 300-Euro-Aufschlag. Ein großer Teil des Geld dürfte direkt in den Konsum fließen.

Von diesem Montag an zahlen die Famili­en­kas­sen den Kinder­bo­nus schritt­wei­se aus. Insge­samt sollen für rund 18 Millio­nen Kinder jeweils 300 Euro fließen. Die schwarz-rote Koali­ti­on hatte die Maßnah­me im Rahmen ihres Konjunk­tur­pa­kets gegen die Folgen der Corona-Krise beschlos­sen.

24 Prozent der Befrag­ten mit einem kinder­geld­be­rech­tig­ten Kind wollen den Kinder­bo­nus laut IW vollstän­dig ausge­ben. 37 Prozent wollen dies zumin­dest teilwei­se tun. 39 Prozent der Befrag­ten gaben an, dass sie den Kinder­bo­nus vollstän­dig sparen wollen.

Dieje­ni­gen, die den Kinder­bo­nus nur antei­lig ausge­ben wollen, wurden auch gefragt, welchen Teil sie davon genau ausge­ben wollen. Rund 10 Prozent von ihnen wollen demnach bis zu ein Viertel davon für den Konsum aufwen­den. Weite­re 49 Prozent planen, 26 bis 50 Prozent auszu­ge­ben. 33 Prozent wollen 51 bis 75 Prozent des Kinder­bo­nus für den Konsum einset­zen. 8 Prozent haben nach IW-Angaben vor, 76 bis 99 Prozent davon auszu­ge­ben.

Das IW hat errech­net, dass über alle Befrag­ten, die den Kinder­bo­nus für ihre Kinder erhal­ten werden, im Durch­schnitt 128 Euro pro Kind ausge­ge­ben werden sollen. Der Betrag erhöhe sich auf 210 Euro pro Kind, wenn nur dieje­ni­gen betrach­tet würden, die den Bonus ganz oder teilwei­se ausge­ben wollen. Der Kinder­bo­nus kostet den Staat 4,3 Milli­ar­den Euro.

Insge­samt schät­zen die meisten Befrag­ten laut IW die Wirkung des Kinder­bo­nus positiv ein. Rund 55 Prozent finden diese Maßnah­me demnach sehr sinnvoll oder eher sinnvoll, «um die allge­mei­nen wirtschaft­li­chen Folgen der Corona-Krise abzumil­dern». Knapp 19 Prozent finden die Maßnah­me nicht sinnvoll.

Bundes­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz nannte den Bonus «gute und prakti­sche Hilfe». Sie komme da an, wo sie wirklich gebraucht werde, teilte der SPD-Politi­ker der dpa mit. «In den vergan­ge­nen Monaten hatten gerade Famili­en viel durch­zu­ste­hen», so Scholz. «Famili­en und Kinder unter­stüt­zen wir deshalb beson­ders beherzt mit einem ganzen Bündel an Maßnah­men.»

Aus den Reihen der Freien Demokra­ten kam dagegen Kritik. «Der Kinder­bo­nus ist nichts weiter als eine Mogel­pa­ckung», so FDP-Frakti­ons­vi­ze Chris­ti­an Dürr. «Viele Eltern müssen die Zahlung versteu­ern und Allein­er­zie­hen­de bekom­men offen­bar nur die Hälfte. Echte Hilfe kommt bei den Famili­en also kaum an.» Ein allein­er­zie­hen­der Eltern­teil, der das Kinder­geld bekommt, kriegt den Bonus auch. Aber wenn der andere Eltern­teil Unter­halt zahlt, darf er die Hälfte des Bonus davon abzie­hen. «Echte Entlas­tung» hinge­gen wäre nach Dürrs Ansicht unter anderem eine Senkung der Einkom­men­steu­er.