KIEW/MOSKAU (dpa) — Die Unesco erklärt den Borschtsch zum beson­ders schüt­zens­wer­ten Bestand­teil der ukrai­ni­schen Esskul­tur. Kiew feiert, Moskau ist empört. Im Krieg wird sogar eine Kraut­sup­pe zum Politikum.

Ist der Borschtsch ukrai­nisch oder russisch? Eigent­lich könnte man die Frage in diesen Tagen doch eher für neben­säch­lich halten.

Weit gefehlt: Mit ihrer Entschei­dung, die ukrai­ni­sche Zuberei­tungs­art der Rote-Bete-Suppe auf die Liste des weltweit zu schüt­zen­den Kultur­er­bes zu setzen, hat die UN-Kultur­or­ga­ni­sa­ti­on Unesco in dem kriegs­ge­beu­tel­ten Land Eupho­rie ausge­löst. «Der Sieg im Krieg um den Borschtsch ist unser!», jubel­te Kultur­mi­nis­ter Olexan­der Tkatschen­ko. Vize-Außen­mi­nis­te­rin Emine Dscha­parowa freute sich: «Der ukrai­ni­sche Borschtsch ist entrussifiziert.»

Dabei wählte die Behör­de der Verein­ten Natio­nen mit Sitz in Paris wohl ganz bewusst eine vorsich­ti­ge Formu­lie­rung. Sie sprach in ihrer Begrün­dung von der «natio­na­len Versi­on des Borschtsch, der in mehre­ren Ländern in der Region geges­sen wird». Borschtsch nämlich ist auch in Russland und anderen Staaten des postso­wje­ti­schen Raums sehr beliebt und verbrei­tet. Hier gehe es aber darum, angesichts des russi­schen Angriffs­kriegs aufs Nachbar­land einen «wesent­li­chen Bestand­teil des ukrai­ni­schen Famili­en- und Gemein­schafts­le­bens» zu schüt­zen, so die Unesco.

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