Tagelang brüte­ten Arbeit­ge­ber und Gewerk­schaf­ten über die Einkom­men von Pflegern, Busfah­rern, Erzie­he­rin­nen und Behör­den­mit­ar­bei­tern. Am Sonntag kam der Durch­bruch — nicht alle dürften damit zufrie­den sein.

Zum 1. April 2022 ist eine weite­re Steige­rung um 1,8 Prozent vorge­se­hen, wie die Gewerk­schaf­ten am Sonntag in Potsdam mitteil­ten. Nach tagelan­gem Ringen um den öffent­li­chen Dienst einig­ten sich Arbeit­ge­ber und Gewerk­schaf­ten auch auf eine Pflege­zu­la­ge von insge­samt 120 Euro pro Monat ab 2022.

Für alle Beschäf­tig­ten gibt es im ersten Schritt mindes­tens 50 Euro mehr, für Auszu­bil­den­de 25 Euro. Die Laufzeit des Tarif­ver­trags soll 28 Monate betra­gen. Die Gewerk­schaf­ten hatten ein Jahr gefor­dert. Die Arbeit­ge­ber hatten drei Jahre angeboten.

Die Gewerk­schaf­ten waren mit der Forde­rung eines Lohn- und Gehalts­plus von 4,8 Prozent in die Verhand­lun­gen gegan­gen. Aufsum­miert beträgt das Plus nun 3,2 Prozent bei mehr als zwei Jahren Laufzeit.

Noch in diesem Jahr erhal­ten alle Beschäf­tig­ten eine Corona-Prämie. Diese soll für die unteren Entgelt­grup­pen 600 Euro betra­gen, für die mittle­ren 400 Euro und für die oberen Lohngrup­pen 300 Euro. Die Auszu­bil­den­den erhal­ten 225 Euro bei den Kommu­nen und 200 Euro beim Bund.

Verdi-Chef Frank Werne­ke sprach von einem «respek­ta­blen Abschluss». Er sei maßge­schnei­dert für unter­schied­li­che Berufs­grup­pen, die im Fokus der Tarif­run­de gestan­den hätten. «Beson­ders erfreu­lich ist, dass es uns gelun­gen ist, deutli­che Verbes­se­run­gen für untere und mittle­re Einkom­mens­grup­pen sowie für den Bereich Pflege und Gesund­heit durch­zu­set­zen», beton­te Werneke.

Die Einkom­men steigen demnach um 4,5 Prozent in der niedrigs­ten Entgelt­grup­pe und ‑stufe und um 3,2 Prozent in der höchs­ten Eingrup­pie­rung. In der Pflege beträgt die Steige­rung demnach 8,7 Prozent. Inten­siv­kräf­te sollen bis zu 10 Prozent mehr Lohn erhalten.

Insge­samt lag ein Schwer­punkt auf der Pflege. Als monat­li­che Zulage für alle in der Pflege Beschäf­tig­ten soll es ab März 2021 70 Euro geben, ein Jahr später noch einmal 50 Euro. Die Zulage in der Inten­siv­me­di­zin soll mehr als verdop­pelt werden. Ärzte in den Gesund­heits­äm­tern erhal­ten ab März 2021 eine Zulage von 300 Euro monatlich.

In der Pflege­bran­che wird seit Wochen zuneh­mend energisch von der Politik gefor­dert, nach dem vielen Lob für den Einsatz der Beschäf­tig­ten unter anderem für Corona-Erkrank­te für Verbes­se­run­gen zu sorgen. Ohne besse­res Gehalt könne auch nicht mehr Perso­nal in den unter Pflege­not­stand leiden­den Klini­ken gefun­den werden, heißt es dort.

Die Arbeits­zeit bei Bund und Kommu­nen im Osten soll von 40 Stunden auf das Westni­veau von 39 Stunden abgesenkt werden — und zwar in zwei Schrit­ten bis Januar 2023.

Der Vorsit­zen­de des Beamten­bun­des dbb, Ulrich Silber­bach, sagte: «Das ist der Corona-Kompro­miss. Wir haben mit diesem Abschluss das aktuell Machba­re erreicht.» Die Arbeit­ge­ber hätten den Handlungs­be­darf im Kranken­haus- und Pflege­be­reich anerkannt. Bei anderen Leistungs­trä­gern des öffent­li­chen Diens­tes, etwa in Ordnungs­äm­tern, Jobcen­tern oder der allge­mei­nen Verwal­tung, sei diesmal nicht mehr durch­zu­set­zen gewesen. «Darum war beson­ders wichtig, die von den Arbeit­ge­bern gefor­der­te dreijäh­ri­ge Laufzeit zu ve