Bis zu 27.000 Corona-Neuin­fek­tio­nen an einem Tag in Frank­reich — nun zieht die Regie­rung die Reißlei­ne. Bürger müssen sich auf neue Beschrän­kun­gen einstel­len.

Das teilte die Regie­rung in Paris nach einer Kabinetts­sit­zung mit. Die Pande­mie sei eine gesund­heit­li­che Katastro­phe, die aufgrund ihrer Art und Schwe­re die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung gefähr­de, hieß es. Der Ausnah­me­zu­stand im Gesund­heits­be­reich bietet einen recht­li­chen Rahmen für Beschrän­kun­gen, zu denen auch Ausgangs­sper­ren gehören können.

Der Gesund­heits­not­stand war Ende März für das ganze Land ausge­ru­fen worden. Er wurde dann Anfang Mai bis zum 10. Juli verlän­gert. Die Mitte-Regie­rung hat mit dem Notstand die Möglich­keit, Beschlüs­se schnell per Verord­nung umzuset­zen. Im Frühjahr galten in ganz Frank­reich stren­ge Ausgangs­be­schrän­kun­gen, die auch polizei­lich überwacht wurden.

Frank­reichs Präsi­dent Emmanu­el Macron wollte sich am Abend in einem TV-Inter­view äußern. Es wurde erwar­tet, dass er weite­re Beschrän­kun­gen ankün­digt.

Die Corona-Lage in Frank­reich verschlech­tert sich seit Wochen. Frank­reich mit seinen rund 67 Millio­nen Einwoh­nern hatte am Wochen­en­de annähernd 27.000 Neuin­fek­tio­nen inner­halb von 24 Stunden gemel­det — das war ein Rekord.

In mehre­ren franzö­si­schen Metro­po­len, darun­ter Paris, Lille oder Lyon, gilt bereits die höchs­te Corona-Warnstu­fe. Bars sind geschlos­sen, in Restau­rants gelten stren­ge­re Hygie­ne­maß­nah­men. Turnhal­len und Schwimm­bä­der sind weitge­hend geschlos­sen.

Beson­ders die Situa­ti­on in der Haupt­stadt berei­tet große Sorge. Dort steigt die Zahl der Covid-19-Patien­ten auf den Inten­siv­sta­tio­nen immer weiter an. Frank­reich ist stark von der Covid-19-Pande­mie betrof­fen, es starben bisher rund 33.000 Menschen.

In den vergan­ge­nen Wochen hatte die Regie­rung einen Zickzack-Kurs hinge­legt. Erst wurden die Regio­nen in die Pflicht genom­men, dann schal­te­te sich Paris ein und verhäng­te Corona-Maßnah­men. Der Präsi­dent hatte sich im Frühjahr mehrfach in TV-Anspra­chen an die Menschen gewandt. Am Natio­nal­fei­er­tag am 14. Juli gab er ein großes TV-Inter­view, in dem es ebenfalls haupt­säch­lich um Corona ging.