ROM (dpa) — Itali­ens Minis­ter­prä­si­dent Mario Draghi schmeißt nach Unruhen in der Regie­rung und einem für ihn schief gelau­fe­nen Votum hin. Mit der Entschei­dung des Staats­chefs ist sein Rücktritt nun offiziell.

Itali­ens Staats­chef Sergio Mattarel­la hat den Rücktritt von Minis­ter­prä­si­dent Mario Draghi angenom­men. Das teilte der Quiri­nals­pa­last am Donners­tag in Rom mit. Die Regie­rung bleibe für die Abwick­lung der laufen­den Geschäf­te aber noch im Amt.

Zuvor reich­te der Ex-Chef der Europäi­schen Zentral­bank wie schon vor einer Woche sein Rücktritts­ge­such erneut bei dem 80 Jahre alten Oberhaupt der Italie­ni­schen Republik ein. Mattarel­la kommt damit eine wichti­ge Rolle für die Zukunft des Landes mit seinen fast 60 Millio­nen Einwoh­nern zu. Als nächs­tes muss er entschei­den, ob er die Parla­ments­kam­mern auflöst und damit den Weg für eine vorge­zo­ge­ne Wahl ebnet oder ob er einen Exper­ten oder Politi­ker sucht, um eine neue Regie­rungs­mehr­heit aus dem bestehen­den Parla­ment zu formen.

Draghi wollte bereits am vergan­ge­nen Donners­tag zurück­tre­ten, als er im Senat von der populis­ti­schen Regie­rungs­par­tei Fünf-Sterne-Bewegung das Vertrau­en im Zusam­men­hang mit der Abstim­mung über ein Milli­ar­den­schwe­res Hilfs­pa­ket nicht ausge­spro­chen bekam. Mattarel­la lehnte das Angebot jedoch ab. Draghi sollte sich am Mittwoch statt­des­sen im Senat und am Donners­tag in der Abgeord­ne­ten­kam­mer zur Regie­rungs­kri­se erklären.

Im Senat erhielt der partei­lo­se Banker aller­dings am Mittwoch­abend eine herbe Klatsche, als drei seiner Regie­rungs­par­tei­en bei einem Vertrau­ens­vo­tum über seine Regie­rung nicht mit abstimm­ten. Er gewann zwar die Abstim­mung mit 95 Ja- zu 38 Nein-Stimmen, bekam aber nicht die von ihm gefor­der­te breite Zustim­mung für einen neuen «Pakt des Vertrauens».

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