Liebe Wochen­blatt-Leserin­nen und –Leser,

mein großer Sohn und ich sind mit dem Zug zu meinen Schwie­ger­el­tern gefah­ren. Das sind etwa 500 Kilome­ter. Die Verbin­dung ist nicht optimal, mit vielen Umstie­gen. Aber was für Erwach­se­ne nervig ist, finden Kindern ja oft spannend. Eine Abenteu­er-Reise!

Was haben wir nicht alles erlebt in diesen sieben Stunden! Wir überquer­ten eine Eisen­bahn­brü­cke mit “Millio­nen” Schie­nen darun­ter. Wir gingen einmal komplett durch den ICE, von hinten bis vorne. Wir teilen uns ein Abteil mit zwei richtig echten Polizis­ten in Uniform. Ich bangte und zitter­te im Bus des Schie­nen­er­satz­ver­kehrs, dass mein Kind nicht gerade jetzt laut “Mamaaaa, ich muss Kacke” rufen würde.

Das Highlight aber kam zum Schluss. Unser letzter Zug war eine kleine “Bimmel­bahn” mit wenigen Gästen. Ob der Kleine mal nach vorne zum Zugfüh­rer rein dürfte? Ja, durfte er! Als es weiter­ging und die Türen geschlos­sen werden sollten, legte mein Sohn höchst­per­sön­lich den Schal­ter um. Und ich? Ich durfte nichts! Weder Türen zumachen, noch hupen. Nicht einmal Fahrkar­ten kontrol­lie­ren. Wir müssen einfach mal wieder mit dem Zug fahren. Aber dann bin ich dran!
Eine schöne Woche,

Bleibt gesund,

Eure Julia

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