KIEW (dpa) — Selen­skyj fordert noch mehr Druck des Westens auf Russland. Russland hat indes­sen nach Meinung Kiews in einer neuen Phase des Kriegs begon­nen, Gelän­de­ge­win­ne zu sichern. Die Entwick­lun­gen im Überblick.

Knapp zweiein­halb Monate nach dem Einmarsch russi­scher Truppen in die Ukrai­ne hat der ukrai­ni­sche Präsi­dent Wolodym­yr Selen­skyj noch mehr Druck der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft auf Moskau gefordert.

«Mit jedem Tag des Krieges nehmen die globa­len Bedro­hun­gen zu, gibt es eine neue Gelegen­heit für Russland, Insta­bi­li­tät in anderen Teilen der Welt zu provo­zie­ren, nicht nur hier in Europa», sagte Selen­skyj in seiner tägli­chen Video­an­spra­che. Derweil aber stürben in der Ukrai­ne Männer und Frauen, «die ihr Bestes geben, damit alle Menschen frei leben können», sagte Selen­skyj. «Daher ist viel mehr Druck auf Russland erforderlich.»

Selen­skyj kriti­siert verwei­ger­te Hilfe

Trotz der klare Lage gebe es Länder, in denen Sanktio­nen gegen Moskau zurück­ge­hal­ten würden oder Hilfe für die Ukrai­ne blockiert werde, kriti­sier­te Selen­skyj. Konkret nannte er jedoch kein Land beim Namen. Dabei sei inzwi­schen bekannt, dass Russlands Blocka­de ukrai­ni­scher Häfen sowie der Krieg insge­samt eine große Nahrungs­mit­tel­kri­se provo­zier­ten. «Und russi­sche Beamte drohen der Welt auch offen, dass es in Dutzen­den von Ländern Hungers­nö­te geben wird.»

«Tatsäch­lich kann heute niemand vorher­sa­gen, wie lange dieser Krieg dauern wird», sagte Selen­skyj. «Aber wir tun alles, um unser Land schnell zu befrei­en. Dazu brauche die Ukrai­ne Hilfe ihrer Partner, «aus europäi­schen Ländern, aus den Ländern der ganzen freien Welt».

Der Chef des ukrai­ni­schen Militär­ge­heim­diens­tes dagegen sagte in einer überaus optimis­tisch klingen­den Progno­se ein Ende des Kriegs mit einer russi­schen Nieder­la­ge bis Jahres­en­de vora