BERLIN (dpa) — Bis jetzt war sie «designiert» — nun ist die neue Führung der Grünen auch offizi­ell im Amt. Bei einer Brief­wahl im Nachgang zum Online-Partei­tag bestä­tig­ten die Delegier­ten ihre Entscheidung.

Ricar­da Lang und Omid Nouripour sind nun auch offizi­ell neue Grünen-Vorsit­zen­de. Die Wahl von beiden beim Online-Partei­tag Ende Januar wurde bei einer Brief­wahl von den Delegier­ten im Nachgang bestä­tigt, wie die Grünen in Berlin mitteilten.

Sowohl Lang als auch Nouripour verbes­ser­ten sich in der Brief­wahl gegen­über der Abstim­mung beim digita­len Partei­tag. Lang erhielt demnach 78,73 Prozent der Stimmen (nach 75,93 Prozent beim Partei­tag), Nouripour kam den Angaben zufol­ge auf 91,65 Prozent (nach 82,58 Prozent). Auch die politi­sche Bundes­ge­schäfts­füh­re­rin Emily Büning legte zu: Sie kam auf 91,44 Prozent (nach 88,35 Prozent). Die Betei­li­gung an der Brief­wahl lag laut Partei bei 68,33 Prozent der 821 Delegierten.

Aller­dings sind die Online-Wahl beim Partei­tag und die späte­re Brief­wahl nur teilwei­se vergleich­bar. Denn anders als beim Partei­tag standen bei der Abstim­mung im Nachgang nur noch jene Kandi­da­ten auf dem Zettel, die beim Partei­tag bereits gewählt worden waren. Erfolg­lo­se Mitbe­wer­ber konnten damit keine Stimmen mehr auf sich ziehen.

Die neue Partei­che­fin Lang war als Bewer­be­rin für den Frauen­platz in der Doppel­spit­ze ohne Mitbe­wer­be­rin­nen angetre­ten, Co-Partei­chef Nouripour setzte sich hinge­gen gegen zwei deutlich abgeschla­ge­ne Konkur­ren­ten durch. Büning wieder­um war ebenfalls einzi­ge Kandi­da­tin für das Amt der politi­schen Geschäfts­füh­re­rin gewesen, das dem des General­se­kre­tärs in anderen Partei­en ähnelt.

Auch Bundes­schatz­meis­ter Marc Urbatsch wurde im Amt bestä­tigt. Pegah Edala­ti­an aus Nordrhein-Westfa­len und Heiko Knopf aus Thürin­gen sind nun offizi­ell stell­ver­tre­ten­de Partei­chefs. «Wir freuen uns sehr über das Vertrau­en und darauf, die Partei gemein­sam in eine neue Zeit zu führen!», schrieb die politi­sche Geschäfts­füh­re­rin Büning auf Twitter.

Bei der Brief­wahl stand eine ganze Palet­te an Perso­nal­ent­schei­dun­gen zur Bestä­ti­gung an. Neben dem sechs­köp­fi­gen neuen Partei­vor­stand war beim Partei­tag auch der Partei­rat neu gewählt worden. Das Gremi­um berät den Bundes­vor­stand und koordi­niert die Arbeit zwischen den Gremi­en der Bundes­par­tei, den Fraktio­nen und den Landes­ver­bän­den. Von den 16 Mitglie­dern wurden 13 gewählt, die beiden Bundes­vor­sit­zen­den sowie die Politi­sche Bundes­ge­schäfts­füh­re­rin sind aufgrund ihres Amtes dabei.

In den Partei­rat wurden unter anderem die beiden frühe­ren Grünen-Chefs Annale­na Baerbock und Robert Habeck gewählt, die inzwi­schen Außen­mi­nis­te­rin und Wirtschafts- und Klima­schutz­mi­nis­ter in der Ampel-Regie­rung mit SPD und FDP sind.

Auch die Wahlen zum Bundes­schieds­ge­richt, das partei­in­ter­ne Konflik­te regelt, wurden den Angaben zufol­ge bestä­tigt, ebenso eine Reihe von beim Partei­tag verab­schie­de­ter Satzungsänderungen.