Der Schau­spie­ler blickt mit fast 90 Jahren auf sein Leben zurück und ist zufrie­den damit. In Sachen aktuel­ler Pande­mie rät er, nicht zuviel Angst zu haben, aber auch nicht sorglos zu sein.

«Das Schlimms­te und Gefähr­lichs­te scheint mir das Leugnen des Virus zu sein.» Er verste­he auch die vielen jungen Menschen, die auf ihre Freihei­ten nicht verzich­ten wollten, doch auch sie sollten ihre Vernunft gebrau­chen und lernen, sich ein wenig einzu­schrän­ken, sagte er.

Ihm selbst gehe es derzeit gut, «wenn auch das vergan­ge­ne halbe Jahr wegen des Corona­vi­rus nicht zum Jubeln war». Am Diens­tag (8. Septem­ber) feiert Adorf seinen 90. Geburts­tag, aller­dings nicht mit einer Riesen­par­ty, sondern in Anbetracht der Corona-Krise im aller­kleins­ten Kreise».

Adorf ist aber trotz­dem zufrie­den. «Ich habe keinen großen Wunsch mehr, eher viele kleine.» Überhaupt sei es ihm in seinem Leben nicht allzu schlimm ergan­gen. «Es sind sicher viele Wünsche offen geblie­ben, aber ich war mit meinem Leben und dem, was ich erreicht habe, im Ganzen zufrie­den.»

Adorf wuchs im rhein­land-pfälzi­schen Mayen auf. Nach dem Besuch der Otto Falcken­berg-Schau­spiel­schu­le in München ging er an die Münch­ner Kammer­spie­le. Mit dem Film «Nachts, wenn der Teufel kam» von Robert Siodmak hatte er dann 1957 seinen Durch­bruch beim Film. Zu sehen war er in Strei­fen wie «Die Blech­trom­mel», «Die verlo­re­ne Ehre der Katha­ri­na Blum», «Rossi­ni — oder die mörde­ri­sche Frage, wer mit wem schlief» oder «Winne­tou 1».