BERLIN (dpa) — Der designier­te CDU-Chef Fried­rich Merz will nach dem Debakel bei der Bundes­tags­wahl die Zusam­men­ar­beit mit der CSU verbes­sern. Merz sagte am Samstag dem Sender Bayern 2: «So etwas wie in diesem Jahr, das, was wir in diesem Jahr erlebt haben, das darf sich nicht wieder­ho­len. Wir haben selbst dazu beigetra­gen, dass wir diese Bundes­tags­wahl so verlo­ren haben.» Er sei für dieses Wochen­en­de zu einem Gespräch mit CSU-Chef Markus Söder verabredet.

Im kommen­den Jahr gebe es eine ganze Reihe von Landtags­wah­len in Deutsch­land und 2023 die Landtags­wahl in Bayern, sagte Merz. «Wir haben ein überra­gen­des Inter­es­se daran, dass wir diese Landtags­wah­len in Deutsch­land und auch in Bayern gewin­nen», sagte Merz. «Und Markus Söder weiß, dass das nur gemein­sam geht.»

Merz-Vorgän­ger Armin Laschet hatte sich im Frühjahr einen zehntä­gi­gen Macht­kampf mit Söder um die Kanzler­kan­di­da­tur der Union gelie­fert und ihn für sich entschie­den. Während des Wahlkampfs gab es darauf­hin immer wieder Stiche­lei­en Söders gegen Laschet.

«Wir sind gegen­sei­tig aufein­an­der angewie­sen», sagte Merz mit Blick auf CDU und CSU. Die CDU habe ein Inter­es­se an einer starken CSU, aber auch die CSU habe ein starkes Inter­es­se an einer starken CDU. «Und wenn wir das gemein­sam gut machen, auch in diesem hin und wieder mal zum Ausdruck kommen­den Antago­nis­mus mit etwas anderen Schwer­punk­ten, etwas anderen, auch regio­na­len Beson­der­hei­ten, dann sind wir unschlag­bar. Aber da müssen wir wieder hinkom­men. Und ich bin fest entschlos­sen, das mit Markus Söder auch zu erreichen.»

Merz regte an, dass sich die beiden Partei­prä­si­di­en mindes­tens einmal im Jahr fest treffen. Besser wäre zweimal im Jahr, um Themen zu disku­tie­ren. «Die beiden Vorsit­zen­den ohnehin müssen ein gutes, persön­li­ches, auch freund­schaft­li­ches Mitein­an­der haben. Da werde ich Zeit inves­tie­ren, und ich tue das wirklich gerne aus Überzeu­gung.» Merz sagte weiter: «Markus Söder und ich, wir kennen uns seit Jahrzehn­ten. Also wir sind gemein­sam stark. Aber das Wort gemein­sam muss unter­stri­chen werden.»

Merz hatte die CDU-Mitglie­der­be­fra­gung mit 62,1 Prozent klar für sich entschie­den. Offizi­ell soll ihn ein digita­ler Partei­tag am 21./22. Januar zum Nachfol­ger Lasche­ts wählen. Es gilt als sicher, dass sich die Delegier­ten an das Votum der Mitglie­der halten. Anschlie­ßend muss Merz noch per Brief­wahl bestä­tigt werden.