STUTTGART (dpa/lsw) — Es war eine beispiel­lo­se Marathon­sit­zung des U‑Ausschusses: Minis­ter Strobl beant­wor­tet von morgens bis tief in die Nacht hunder­te Fragen zur Polizei-Affäre. Nur einmal kommt der CDU-Mann in Bedrängnis.

Fast 15 Stunden lang hat Innen­mi­nis­ter Thomas Strobl dem Unter­su­chungs­aus­schuss zur sogenann­ten Polizei-Affäre Rede und Antwort gestan­den. Die Befra­gung endete am frühen Samstag­mor­gen um 00.50 Uhr im Landtag in Stutt­gart. Die Opposi­ti­on aus SPD, FDP und AfD nahm den Minis­ter seit dem frühen Nachmit­tag ins Kreuz­ver­hör. Sie werfen dem CDU-Politi­ker Geheim­nis­ver­rat und einen Verstoß gegen den Daten­schutz vor, weil er ein Schrei­ben des Anwalts des suspen­dier­ten Inspek­teurs der Polizei an einen Journa­lis­ten weiter­ge­ge­ben hat. Gegen den ranghöchs­ten Polizis­ten wird wegen sexuel­ler Beläs­ti­gung ermittelt.

Strobl vertei­dig­te am Freitag immer wieder sein Vorge­hen. Er habe sich entschie­den, das Schrei­ben an den Repor­ter zu geben und dabei das Inter­es­se der Öffent­lich­keit als gewich­ti­ger einge­schätzt als den Daten­schutz. Denn der Anwalt habe ihm ein «vergif­te­tes Angebot» gemacht, in dem er quasi auf dem kleinen Dienst­weg die Vorwür­fe klären wollte. Strobl beton­te erneut, er habe jeden Anschein, es könnte einen «Hinter­zim­mer-Deal» geben, vermei­den wollen und habe deshalb das Schrei­ben an den Journa­lis­ten gegeben.

Der U‑Ausschuss soll sexuel­le Beläs­ti­gung bei der Polizei ebenso beleuch­ten wie die Beför­de­rungs­pra­xis und die Handlun­gen Strobls. E