«Ich werde bald zurück sein», kündigt Trump vom Kranken­haus aus an — nach einem Tag, der von Verwir­rung und wider­sprüch­li­chen Aussa­gen zu seinem Gesund­heits­zu­stand geprägt war. Die entschei­den­den Stunden stehen wohl erst noch bevor.

Auch vom Leibarzt gab es keine Entwar­nung: «Während er noch nicht über den Berg ist, bleibt das Team vorsich­tig optimis­tisch», erklär­te Arzt Sean Conley in der Nacht zum Sonntag. Die Stunden zuvor waren geprägt von wider­sprüch­li­chen Aussa­gen zu Trumps Gesund­heits­zu­stand, zum Zeitpunkt der positi­ven Corona-Diagno­se und zur Behandlung.

Von einem «Glaub­wür­dig­keits­pro­blem» des Weißen Hauses und «Fragen über die Fähig­keit der Regie­rung, die Wahrheit zu sagen», sprach etwa der Sender CNN. Die Verwir­rung um Trumps Zustand sorgte für weite­re Turbu­len­zen im ohnehin chaoti­schen Wahljahr. In knapp einem Monat, am 3. Novem­ber, stellen sich Trump und sein demokra­ti­scher Heraus­for­de­rer Joe Biden zur Wahl.

Nach den Angaben von Arzt Conley hat Trump «erheb­li­che» Fortschrit­te seit seiner Corona-Diagno­se gemacht. Er habe kein Fieber mehr und brauche keinen zusätz­li­chen Sauer­stoff. Die Sauer­stoff­sät­ti­gung von Trumps Blut habe zuletzt bei 96 bis 98 Prozent gelegen. Das ist ein wichti­ger Wert: Wenn Covid-19 die Lunge angreift, wird der Körper schlech­ter mit Sauer­stoff versorgt.

Darüber hinaus habe Trump ohne Kompli­ka­tio­nen eine zweite Dosis des Medika­ments Remde­si­vir erhal­ten. Es hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermeh­rung nötig ist. Der Arzt hatte zuvor eine fünftä­gi­ge Behand­lung Trumps mit dem Mittel in Aussicht gestellt. Außer­dem habe Trump bereits gearbei­tet und sich ohne Schwie­rig­kei­ten in seinem Quartier im Kranken­haus, zu dem auch Büroräu­me gehören, bewegt.

Das Weiße Haus veröf­fent­lich­te Bilder, auf denen zu sehen war, wie Trump von einem Schreib­tisch und einem Konfe­renz­tisch in der Klinik aus Dokumen­te bearbei­te­te. Auf einem der Bildern trug er dabei einen Anzug ohne Krawat­te, auf dem anderen ein weißes Hemd. Der Präsi­dent vermit­tel­te Zuver­sicht: «Ich denke, ich werde bald zurück sein», sagte er in der Videobotschaft.

Trump war am Freitag­abend per Hubschrau­ber in das Militär­kran­ken­haus Walter Reed nördlich von Washing­ton geflo­gen worden. Nach CNN-Infor­ma­tio­nen habe er zunächst gezögert, sich in der Klinik behan­deln zu lassen. Unter Berufung auf infor­mier­te Kreise berich­te­te der Sender, Trumps Berater mussten ihn im Weißen Haus erst davon überzeu­gen, an Bord der Marine One zu steigen. Trump habe vermei­den wollen, ernst­haft krank zu erschei­nen. Hochran­gi­ge Regie­rungs­mit­ar­bei­ter entschie­den den Angaben zufol­ge, Trump erst nach Börsen­schluss ins Kranken­haus zu bringen, um einen Absturz der Aktien­kur­se zu vermeiden.

Wie die «New York Times» unter Berufung auf mehre­re Ärzte schrieb, beträgt die kriti­sche Zeitspan­ne nach einer Corona-Infek­ti­on, in der sich der Zustand eines Patien­ten verschlech­tern kann, etwa sieben bis zehn Tage. Trumps Behand­lung ziele darauf ab, einen schwe­ren Krank­heits­ver­lauf zu verhin­dern. Gleich­zei­tig sei sie ein Hinweis darauf, dass der Zustand des Präsi­den­ten mögli­cher­wei