WASHINGTON (dpa) — Immer wieder muss Russlands bekann­tes­ter Opposi­tio­nel­ler in Isola­ti­ons­haft. Zu insge­samt neun Jahren Haft ist Alexej Nawal­ny verur­teilt. Die USA fordern nun seine sofor­ti­ge Freilassung.

Nach der erneu­ten Isola­ti­ons­haft für den russi­schen Kremlgeg­ner Alexej Nawal­ny haben die USA seine sofor­ti­ge Freilas­sung gefor­dert. Angesichts der anhal­ten­den Schika­nen der russi­schen Behör­den gegen den 46-Jähri­gen schlie­ße sich die US-Regie­rung mit dieser Forde­rung Nawal­nys Familie, seinen Kolle­gen und Unter­stüt­zern in aller Welt an, teilt Außen­amts­spre­cher Ned Price in Washing­ton mit. «Die Verei­nig­ten Staaten sind zutiefst besorgt über die eskalie­ren­den, willkür­li­chen Eingrif­fe der russi­schen Regie­rung in die Rechte von Alexej Nawal­ny», hieß es weiter.

Nawal­ny hatte am Mittwoch auf seinem Twitter-Kanal verbrei­tet, diesmal müsse er 15 Tage in der Einzel­zel­le verbrin­gen. Damit wurde er nach eigenen Angaben in seinem Straf­la­ger zum vierten Mal hinter­ein­an­der in Isola­ti­ons­haft gesperrt. Wegen angeb­li­chen Betrugs sitzt der 46-Jähri­ge in der Straf­ko­lo­nie 6 in Melechowo etwa 260 Kilome­ter nordöst­lich von Moskau — unter beson­ders harten Haftbe­din­gun­gen. Im Mai hatte ein Gericht die neunjäh­ri­ge Haftstra­fe bestä­tigt. Inter­na­tio­nal gilt er als politi­scher Gefan­ge­ner. Nawal­ny hatte sich in Deutsch­land von einem Giftan­schlag im August 2020 erholt, war dann aber freiwil­lig nach Russland zurückgekehrt.

USA: «Politisch motivier­te Schikanen»

Price warf den russi­schen Straf­voll­zugs­be­hör­den vor, Nawal­ny bei der Kommu­ni­ka­ti­on mit seinem Rechts­bei­stand behin­dert zu haben. «Diese Einmi­schung sowie seine wieder­hol­te Verbrin­gung in Einzel­haft wegen gering­fü­gi­ger angeb­li­cher Verstö­ße sind ein weite­rer Beweis für politisch motivier­te Schikanen.»

Mitte August hatte Nawal­ny den Westen aus der Haft heraus zu stren­ge­ren Sanktio­nen gegen russi­sche Oligar­chen aufge­for­dert. Russlands bekann­tes­ter Opposi­tio­nel­ler hatte schon lange vor dem von Präsi­dent Wladi­mir Putin angeord­ne­ten Krieg gegen die Ukrai­ne harte Sanktio­nen gegen die kreml­na­hen Schwer­rei­chen seines Landes gefordert.